Weinbau und Oenologie (B.Sc.) – Mein Erfahrungsbericht

Foto: Hochschule Geisenheim

Lena-Maria Julier, 5. Semester Weinbau und Oenologie an der Hochschule Geisenheim

Wenn das Studium Weinbau und Oenologie an der Hochschule Geisenheim eines nicht ist, dann ist das langweilig. Ganz im Gegenteil! In jedem Semester gibt es viel zu erleben und natürlich zu lernen. Das letzte Semester war zum Beispiel voll mit Praktika; das fing montags im mikrobiologischen Praktikum in Laborumgebung an und endete mit dem Weinbautechnik-Praktikum inmitten von Geräten und Maschinen am Donnerstag. Zwischendrin durften wir natürlich frische Luft schnappen und am Projekt „Allgemeiner Weinbau“ teilnehmen. Auch für die Sinne war was dabei: Bei den sensorischen Übungen im Rahmen der Weinbeurteilungen waren vor allem die Geruchs- und Geschmacksnerven gefragt.

Foto: Hochschule Geisenheim

Genauso spannend sind die Vorlesungen. Die Chemie des Weines stand ebenso auf dem Stundenplan wie der ökologische Weinbau. Im fünften Semester stehen dann zahlreiche Exkursionen zu verschiedenen Betrieben und Unternehmen der Weinbranche an, auf die ich mich sehr freue. Das Besondere am Studiengang Weinbau und Oenologie ist genau diese Verknüpfung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse mit der Praxis. Ich persönlich habe den Studiengang gewählt, um auf meine Kenntnisse aus der Winzer-Ausbildung aufbauen zu können und diese zu vertiefen. Aber auch, um neue Eindrücke zu bekommen, den Blickwinkel auf gängige Praktiken zu ändern und diese bei Bedarf kritisch zu hinterfragen.

Lena-Maria Julier © Privat

Dabei geht es auch darum, den eigenen Horizont zu erweitern. Trotz meiner eher praktisch orientieren Affinität zu weinbaulichen Themen hat zum Beispiel die Vorlesung zu Betriebswirtschaftslehre im ersten Semester mein Interesse geweckt. Durch die anschauliche Gestaltung konnte man hier gut folgen und der Dozent hat uns den Einstieg in die ökonomischen Fächer wirklich leichtgemacht. Daneben bereiten mir die sensorischen Übungen alle zwei Wochen immer wieder Freude. Das wöchentliche Treffen zum Weinbauprojekt direkt im Weinberg und die daraus entstanden angeregten Diskussionen mit meinen Kommilitonen und Dozenten haben mir bisher am meisten Spaß gemacht.

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Insgesamt gestaltet sich das Studentenleben auf dem grünen Campus Geisenheim zwischen Rhein und Weinbergen überwiegend entspannt. Eine leichte Anspannung entwickelt sich erst kurz vor den Prüfungsphasen, aber auch hier geht es noch immer locker zu. Dabei macht sich auch der wachsende Anteil von internationalen Studierenden aus aller Welt bemerkbar und sorgt für eine vielfältige und offene Atmosphäre.

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Ich würde das Studium an der Hochschule Geisenheim jedem empfehlen, der sich intensiv mit Weinbau und Oenologie auseinander setzten will. Den bestimmten Typ Mensch, zu dem ein Weinbau-Studium passt, gibt es nicht. Aber alle, die sich für Naturwissenschaften in Verknüpfung mit Ökologie und Ökonomie interessieren, sind in Geisenheim auf jeden Fall richtig! Übrigens: Nach meinem Abschluss möchte ich mich noch ein bisschen durch die Welt treiben und Erfahrungen sammeln, die ich dann später auf meine eigenen elterlichen Weinberge anwenden kann.

Zum Studiengang

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