„Wo gehobelt wird, da fallen nicht nur Späne, wo gehobelt wird, da sind vor allem Schreiner!“

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Dieser dem Volksmund entnommene und erweiterte Satz bringt es auf den Punkt, was hinter der Idee eine Betriebsseelsorge einzurichten stand. Wo gearbeitet wird, da sind immer auch Menschen. und Menschen sind weit mehr als „Humanressourcen“. Menschen sind kreativ, finden selbstständig Lösungen und Wege bei den Herausforderungen im Alltag und am Arbeitsplatz. Sie machen ein Unternehmen erst lebendig und innovativ.

Überall wo Menschen sind, da menschelt es aber auch, auch das weiß nicht nur der Volksmund. Private Probleme machen nicht am Werkstor Halt. Die Mitarbeiter tragen auch Ihre Sorgen und Nöte mit an ihren Arbeitsplatz. Andere Schwierigkeiten entstehen erst im Umgang miteinander, wenn etwa unterschiedliche Auffassungen zu einem Thema aufeinander treffen.

Da ist es hilfreich, eine „gute Seele“ im Haus zu haben. Einen neutralen Kollegen, der weitgehend mit der Unternehmensphilosophie und den einzelnen Prozessen vertraut ist. Jemand, der die Verhältnisse, Ziele und Charaktere in den einzelnen Abteilungen und darüber hinaus kennt, gleichzeitig aber nicht zu tief darin steckt im Arbeitsprozess, um neutral zu sein und wenn nötig vermittelnd eingreifen zu können.

Verantwortung für die eigenen Mitarbeiter zu übernehmen heißt auch, an ihrem Wohlergehen interessiert zu sein und Hilfe anzubieten wenn es schwierig wird. Nicht immer ist es einfach mit Kollegen oder gar Vorgesetzten über persönliche Probleme zusprechen. Suchtprobleme, finanzielle Schwierigkeiten, Krankheit, Scheidung oder Überforderung und Konflikte am Arbeitsplatz machen vielen zu schaffen. In der Regel beeinträchtigen diese Faktoren langfristig die Arbeitsleistung und das Arbeitsklima.

Wer vorbeugend handeln will muss die „Druckpunkte“ kennen, die im Unternehmen zugegen sind. Ein Firmenseelsorger weiß ziemlich genau und in der Regel auch im voraus, wo Konflikte drohen und wo im Gegenzug Potentiale liegen. Nicht weil er klüger ist, sondern weil man mit ihm spricht – und weil er sich die Zeit nimmt zuzuhören. Zudem ist er auch über die Hintergründe informiert, wiederum weil er mit verschiedenen Abteilungen im Kontakt steht und damit Verbindungen herstellen kann, die sonst nicht wahrgenommen werden.

Patrick Zimmerer ist seit vier Jahren Betriebsseelsorger in der Nussbaum-Gruppe und betreut derzeit knapp 500 Mitarbeiter an drei Standorten in Kehl am Rhein. Der 37-jährige Diplomtheologe versteht seine Aufgabe als Betriebsseelsorger in diesem Sinne, nämlich da zu sein und ein offenes Ohr zu haben für die Sorgen und Anliegen der Mitarbeiter. „Manche haben am Anfang schon ein bisschen komisch geschaut, als ich durch die Werkstätten ging und mich vorstellte“, erzählt er. Doch lange dauerte es nicht, bis er als Ansprechpartner bei Problemen aller Art akzeptiert wurde.

Beziehungsprobleme, Unstimmigkeiten unter Kollegen, Schulden, Arbeitsbelastung, Krankheiten – die Bandbreite ist groß, die Schweigepflicht selbstverständlich. Oft ist er auch der Kontaktmann nach oben: „Manche kommen lieber zu mir, bevor sie zur Personalabteilung oder zum Chef gehen.“

Auch wenn er in seiner Arbeit nicht mit dem christlichen Glauben hausieren geht, da auch viele Nicht- oder Andersgläubige unter den Mitarbeitern sind, sieht er seinen Beruf als zukunftsweisend: „Man muss als Seelsorger dahin, wo die Menschen sind, denn die kommen heute nicht mehr in die Kirchen.“

Kontakt und weitere Informationen, bzw. Tipps und Unterstützung falls Sie auch eine Firmenseelsorge einrichten wollen: patrick.zimmerer@nussbaum-lifts.de oder unter 0151- 59228778.

Radiointerview mit Wolf-Dieter Steinmann

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