Ausziehen für Anfänger

Maja aus Schweden war 21, als sie von zu Hause ausgezogen ist. Pedro aus Spanien lebte mit 29 Jahre noch bei seinen Eltern. Manuel aus Deutschland hat mit 24 das elterliche Nest verlassen.

Dies ist das Durchschnittsalter junger Europäer, wenn sie ausziehen. Zwischen den Jüngsten (Schweden) und den Ältesten (Spanien) liegen fast 10 Jahre! Deutschland befinden sich ungefähr in der Mitte.

Aber ganz egal, wie alt Du bist, wir alle ziehen einmal zum ersten Mal aus. Vielleicht ja, weil Du mit der Schule fertig bist und anfängst zu studieren oder eine Ausbildung beginnen möchtest.

Vorteile des Ausziehens

Du bist Dir nicht sicher, ob Du Ausziehen sollst und hast etwas Bammel davor? Keine Sorge, das ist ganz normal und ausziehen hat viele Vorteile. Denk nur an all die Freiheiten, die Du haben wirst! Du lebst jetzt unabhängig von Deinen Eltern und kannst selbst entscheiden, wie Du Deinen Alltag gestaltest. Dann sind da noch die ganzen neuen Freunde, die Du an Deinem neuen Wohnort treffen wirst. Und nicht zu vergessen all die Pizza, Du jeden Tag essen kannst, weil keine Eltern Dir sagen können, was Du zu tun oder zu lassen hast.

Faktoren, die Du beachten solltest

Wenn Du ausziehst, gibt es ein paar wichtige Faktoren:

  • Zum einen die Wohnraumgröße– Wie viel Platz brauchst Du? Hast Du einen Ohrensessel von Deinem Großvater, der unbedingt mitmuss, weil es der beste Platz zum Nachdenken ist? Oder bist Du eher ein Minimalist, der mit einer Matratze auf dem Boden zufrieden ist?
  • Nicht nur wie es innen aussieht spielt eine Rolle, sondern auch die Umstände drumherum – Wie sind die Verkehrsanbindungen? Dies hängt auch mit dem dritten Faktor, die Nähe zur Uni, zusammen.
  • Im Idealfall findest Du ein neue Bleibe in Uninähe und mit fantastischer Anbindung in die Stadt, zum nächsten Flughafen oder der angesagten Klubszene.
  • Natürlich darf man bei all dem den Preis als vierten Faktor nicht unerwähnt lassen. Dafür solltest Du wissen, wie hoch Dein Budget ist. Überlege, in welchem Ausmaß Deine Eltern Dich finanziell unterstützen, Du Bafög beantragen kannst, arbeiten oder einen Studienkredit aufnehmen wirst.

All diese vier Faktoren solltest Du im Hinterkopf behalten, wenn Du nach einem neuen Zuhause suchst. Wo Deine Prioritäten liegen, hängt natürlich von Dir ab.

Städte im Vergleich

Wenn Du jetzt noch überlegst, wohin Du ziehen sollst oder wo Du Dich für eine Ausbildung bzw. Studiengang bewerben könntest, helfen Dir die folgende drei Informationen weiter.

1. Städte mit der höchsten Lebensqualität

München, Heidelberg und Starnberg führen dieses Ranking an. In diesen Städten ist die Wahrscheinlichkeit also besonders hoch, dass Du ein qualitativ hochwertiges Leben führen wirst.

2. Günstigste Städte in Deutschland

Wenn Geld für Dich eine große Rolle spielt und Du auf günstigen Wohnraum angewiesen bist, dann erwäge doch mal, nach Chemnitz (190€), Cottbus (200€) oder Halle (210€) zu ziehen, wo man nur um die 200€ für eine Studentenbude zahlt.

3. Die teuersten Städte im Lande

Im Vergleich dazu würdest Du in Frankfurt am Main schon einiges mehr zahlen (ca. 545€), in Stuttgart noch etwas mehr (ca. 560€) und mit einem deutlichen Sprung sogar ca. 700€ in München. Das ist ein Unterschied von ca. 500€ zwischen der teuersten und billigsten Stadt, um ein Dach über dem Kopf zu haben!

WG, alleine oder Wohnheim?

Es gibt mehrere verschiedene Wohnformen, die für Dich bei einem Auszug in Frage kommen. Fast ein Drittel (31%) der jungen Menschen leben in einer WG (Wohngemeinschaft), der andere Großteil (27%) alleine, 25% leben noch bei ihren Eltern, 14% in Wohnheimen und 3% in einer Eigentumswohnung oder zur Untermiete.

Jede Wohnart hat ihre Vor- und Nachteile. Das tolle an WGs ist, dass Du Gesellschaft hast und vielleicht sogar Deine neuen besten Freunde triffst. Mit anderen zusammenzuleben bedeutet aber auch, dass Du Dich mit Deinen Mitbewohnern absprechen (Wer bringt den Müll raus? Wer putzt das Bad? Kann ich meine acht Freunde zum Essen einladen?) und Rücksicht nehmen musst.

Auch in einem Wohnheim findest Du viele Menschen in Deinem Alter, es gibt öfter Partys und meist sind die Zimmer möbliert, was das Umziehen sehr viel einfacher und stressfreier gestaltet. Hört sich das gut an? Falls Du diese Frage mit ja beantwortest, bist Du leider nicht die einzige Person. Wohnheimplätze sind gefragt und man landet schnell auf der Warteliste. Aber für den Fall das es nicht klappt, tröstet Dich vielleicht der Gedanke, dass Wohnheime oft weniger privat sind und Du Dir dann nicht mit 10 Leuten ein Bad oder eine Küche teilen musst.

Tipps für den Umzug

Sobald Du einen neuen Wohnplatz gefunden hast, sind hier noch fünf Tipps, die den Umzug stressfreier machen.

  1. Pack nicht Last Minute: Packen macht wohl keinem Spaß, aber beschäftige Dich früh genug damit, was alles mitmuss.
  2. Beschrifte Deine Umzugskartons: Ja, es ist extra Arbeit. Aber wenn Du 10 Kartons, die komplett identisch sind, vor Dir stehen hast, freust Du dich darüber, wenn Du weißt wo Deine Unterhosen sind.
  3. Start-Box für die ersten Tage:Wenn wir schon bei Unterhosen sind – Packe in eine kleine Tasche alles, was Du in den ersten Tagen brauchst (Schlafanzug, Kulturbeutel, Notfall-Nerven-Schokolade etc.), denn das Auspacken dauert immer etwas länger als man denkt.
  4. Ausmisten: Glaub uns, Du freust Dich über jede Bücherkiste weniger, die Du rumschleppen musst.
  5. Checkliste: Handtücher, Föhn, Kleiderbügel, Gummibänder – schreibe alle Sachen, die Du mitnehmen möchtest auf, so vergisst Du weniger und hast Deinen Kopf frei für andere Sachen.

Diese Informationen helfen Dir hoffentlich, Dich optimal auf Deinen nächsten spannenden Lebensabschnitt vorzubereiten. Viel Glück beim Ausziehen und Deinem bevorstehenden Umzug!

Gastbeitrag von SoWohnt

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