Mehr als Übersetzung: Das muss ein Dolmetscher können

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Sie flüstern den mächtigsten Menschen der Welt ins Ohr und wirken auf Außenstehende wie ein lebendes, mehrsprachiges Wörterbuch. Dolmetscher ist ein einzigartiges Berufsfeld, das höchste Konzentration und außergewöhnliche Fähigkeiten verlangt, die weit über das Beherrschen mehrerer Fremdsprachen hinausgehen. Doch was macht diesen Beruf aus? Und wie wird man eigentlich Dolmetscher?

Was ist überhaupt ein Dolmetscher?

Dolmetscher übertragen Texte mündlich von einer Sprache in eine andere. Hierfür muss zugleich zugehört, der Text übersetzt und sich die nächsten Sätze gemerkt werden. Deshalb verfügen ausgebildete Dolmetscher über verschiedene Techniken für zeitgleiche und zeitversetzte Übertragung von Reden, Gesprächen und Verhandlungen. Die Beherrschung mehrerer Sprachen ist hierbei Grundvoraussetzung ebenso wie die Kenntnis verschiedener Fachgebiete.

Was ist der Unterschied zum einem Übersetzer?

Ein Dolmetscher übersetzt Gesprochenes wie Reden und Verhandlungen. Diese Übersetzung erfolgt oftmals sogar in Echtzeit. Dies erfordert so viel Konzentration, dass Dolmetscher meist in Teams arbeiten. Dabei wechseln die Arbeitsplätze häufig, da man in Verhandlungen und Konferenzen natürlich anwesend sein muss. Ein Übersetzer hingegen überträgt schriftliche Texte in eine Zielsprache. Er arbeitet daher alleine oder in einem Übersetzungsbüro und kann sich viel Zeit dafür lassen, die passende Wortwahl und Tonalität für eine fachlich korrekte und möglichst originalgetreue Fachübersetzung zu treffen. Für einen Dolmetscher muss dies in nur wenigen Sekunden geschehen.

Was sind typische Tätigkeitsfelder für einen Dolmetscher?

Dolmetscher werden für viele Gelegenheiten gebraucht: bei politischen Konferenzen und Tagungen, geschäftlichen Verhandlungen und bei den unterschiedlichsten Gesprächen. Ein guter Dolmetscher beherrscht dabei sowohl simultanes Übersetzen, also eine zeitgleiche Übertragung, als auch andere Techniken. Dabei werden die unterschiedlichsten Texte übersetzt. Für einen Dolmetscher bedeutet dies intensive Vorbereitung über politische Zusammenhänge, fachliche Terminologie und Gepflogenheiten. Je nach Einsatz muss ein Dolmetscher hervorragende Kenntnisse bestimmter Branchen und Themen mitbringen. Eine Besonderheit stellen dabei die staatlich vereidigten Dolmetscher dar, die vor Gericht, beim Notar oder für die Polizei zum Einsatz kommen.

Caucasian businessman dealing with two chinese businesswomen.

Wer ist denn ein möglicher Arbeitgeber?

Der Großteil der Dolmetscher arbeitet freiberuflich und kann somit die unterschiedlichsten Aufträge annehmen, je nachdem worauf man spezialisiert ist. Es gibt jedoch in manchen Bereichen auch Festanstellungen. Hierzu gehören unter anderem politische Instanzen, wie die UNO oder der Bundestag, aber eben auch Gerichte und andere öffentliche Einrichtungen.

Was macht einen guten Dolmetscher aus?

Dolmetschen ist ein höchst anspruchsvolles Berufsfeld, in dem eine schnelle Auffassungsgabe Pflicht ist. Wer Glück hat, bekommt eine Rede einmal vorab zu Gesicht, doch in den meisten Fällen muss schnell und kurzfristig gearbeitet werden. Zugleich verlangt die alltägliche Arbeit eine enorme Konzentrationsfähigkeit, insbesondere beim simultanen Dolmetschen. Im Idealfall übersetzt ein Dolmetscher eins zu eins, was gesprochen wurde. Dies erfordert natürlich eine schnelle Reaktion, um ein passendes Vokabular abrufen zu können. Man soll überhaupt nicht merken, dass überhaupt ein Übersetzer notwendig war. Dies bedingt natürlich auch, dass der Dolmetscher viele Fachbegriffe kennt und die Hintergründe eines Themas versteht. Im Alltag kommen daher die vielseitigsten Herausforderungen auf einen Dolmetscher zu, die es zu meistern gilt.

Wie wird man Dolmetscher?

An sich ist dies keine geschützte Berufsbezeichnung. Dennoch haben die meisten Dolmetscher eine spezielle Ausbildung erfahren, ein Studium abgeschlossen oder eine Hochschule mit entsprechendem Studiengang besucht. Verschiedene Fremdsprachen müssen an dieser Stelle bereits fließend beherrscht werden, da es nun gilt, die spezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten für diesen Beruf zu erlernen. Bei einer regulären Ausbildung zum Dolmetscher gehören dazu unter anderem ausgeprägte Kompetenzen in Recherche, Terminologien und in den Inhalten verschiedener Branchen. Anschließend hilft praktische Erfahrungen dabei, die entsprechenden Situationen zu meistern. Wem dies gelingt, der hat einen anspruchsvollen aber höchst interessanten Beruf für sich gefunden.


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