Ocularisten, was machen die eigentlich?

Der Ocularist (von lat. oculus, das Auge) fertigt Augenprothesen aus Glas oder Kunststoff an. In Deutschland besteht die überwiegende Mehrheit der Versorgung aus Glasprothesen, die im Volksmund auch Glasaugen genannt werden; in der Medizin wird dieser Begriff heute nicht mehr verwendet.

Der Beruf des Augenprothetikers ist vor allem ein Handwerk. Beherrscht wird es aber nur von etwa 60 Ocularisten, die auf 25 Firmen verteilt sind. Ocularisten können zwar kein funktionierendes Auge herstellen, wohl aber eines, das von dem gesunden Auge nicht zu unterscheiden ist. Die Ausbildung zum Ocularisten ist nicht staatlich geregelt und dauert stattliche sechs Jahre. Bei einer derart kleinen Berufsgruppe gibt es für die Ausbildung keine Berufsschule, Theorie und Praxis werden im Betrieb beigebracht. Die Theorie konzentriert sich vor allem auf die Vermittlung medizinischer Kenntnisse. Wie ist ein Auge aufgebaut? Wie sieht die Augenhöhle aus? Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf dem Unterrichten des Handwerks. Die Glaskugel in Größe und Form des Auges blasen, das Auftragen der Farben: Bis sich erste Erfolge einstellen, dauert es einige Jahre. Ausdauer und viel Geduld sind gefragt. Man schaut erfahrenen Ocularisten über die Schulter. Den Job lernt man nur durch Learning by Doing.

Foto: Olaf Barth / pixelio.de
Foto: Olaf Barth / pixelio.de

Die Ausbildung erfolgt in zwei Stufen à drei Jahre. Nach der ersten Stufe dürfen sich die Azubis “Assistent/in” nennen, nach der zweiten Ausbildungsstufe “Ocularist/in”. Neben handwerklichem Geschick sind natürlich auch der Umgang mit Menschen und viel Fingerspitzengefühl wichtig, denn der Job ist nicht immer einfach. Ocularisten werden immer wieder mit persönlichen Schicksalen konfrontiert. Zuhören und Beistand leisten gehört daher auch zu den Aufgaben.

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